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CC by ahmadreza89

Leben und Sterben in Chernarus Teil 2

Der erste Teil ist Hier niedergeschrieben.
Es war im frühen Herbst als ich eher durch Zufall diesen gottverdammten, gottverlassenen Ort irgendwo in der Wildniss fand und dort den einzigen Menschen traf, der mich nicht umbringen wollte für etwas, was ich besaß, das er gebrauchen konnte. Nein, dieser Mann war anders. Er lud mich ein, Ohne Waffe im Anschlag, ohne Messer im Schaft und der Klang seiner Stimme war warm, von einem tiefen Bass, die einem ins Herz ging.. Und sie war …vertraut, so nah wie die eines Freundes…
Ich weiss nicht mehr… Er lud mich ein Platz zu nehmen, mich an seinem Feuer zu wärmen, ein wenig von den Bohnen und dem Speck zu kosten…
Und vor allem, er wollte nichts dafür! Keine Gegenleistung wurde gefordert, Keine Information, die er mir entlocken wollte; keinen Hintergedanken las ich in seinen Augen, ob er sich aus dieser scheinbaren Freundlichkeit einen Vorteil erhoffte. ich fasste es nicht und traute diesem merkwürdigen Spinner nur soweit wie meine geladene Mosin von mir entfernt lag. Aber wir sprachen viel, viel über das, was geschehen war und was sich zugetragen hatte.  wir unterhielten uns. Erzählten die Gschichten, die Menschen nachts un ein Feuer geschart sich erzählen, um sich die zeit zu vertreiben, um das Misstrauen einzudämmen. Und um nicht verrückt zu werden… Er hörte zu und ich fühlte, dass er mich nicht drängen, mich einfach reden lassen wollte.
Wir sprachen viel von dem, was wir waren und was wir geworden sind. Und er sprach von seiner Vision, einem Ort, an dem die Hoffnung auf Frieden und Gemeinschaft wieder auferstehen und erblühen konnte in dieser finsteren Welt, diesem Vorort der Hölle. Ich war skeptisch und ermüdete, sah, dass der Morgen graute, aber war dennoch gebannt, von dem was er sagte, wovon er sprach. ich wollte ihm danken, ihm Lebewohl sagen aber er gab mir zu verstehen, dass es vielleicht meine Bestimmung sei, hier noch zu verweilen; dass ich bleiben könne, wenn ich wollte. Dass ich hier vielleicht Ruhe finden könnte vor meinen Albträumen und dem Horror, der mich verfolgte. Erschöpfung senkte sich über mich, ein Gedanke, einfach nur zu ruhen und nicht wieder aufzustehen! Seine volle, tiefe und hypnotische Stimme zwang mich regelrecht dazu. Ich wollte mich widersetzen, aber die Kraft und der Wille sanken in die tiefen meiner Seele und rissen mich fort, fort von dieser höllischen Welt. Ich fiel in mich zusammen, fiel in einen traumlosen Schlaf, aus dem ich lange nicht erwachte.

Ich weiss nicht, wie lange ich ruhte, ob es nur Stunden oder Tage waren. Ich erinnere mich nur an seine Nähe, an die Wärme und den Schutz, den er mir gewährte, der mich einhüllte und beruhigte. Ich schreckte Nachts nicht auf und die Albträume verfolgten mich nicht.

Als ich erwachte und verwirrt um mich blickte, sah ich, dass er mich in ein kleines Häuschen gebracht hatte, mit einem Bett darin und… Decken!!! Eine Matratze, Kissen und… Decken! Es war wie ein bösartiger Scherz, ein schlechter Witz aber doch auch so vertraut! Als wenn man aus einen langen Albtraum erwacht, sich streckt und fragt, ob das alles real gewesen ist. Fast erwartet man eine Tasse Kaffee, echten, herrlich heißen, duftenden Kaffee und Brötchen, frische knusprige Brötchen, die diesen unverwechselbaren Geruch vertrömten; einen Frühstückstisch überladen mit Konfitüren, Honig und Wurst, während im Hintergrund der Fernseher lief und mir sagte, dass die Welt in Ordnung sei.
Das konnte nicht sein!
Ich fühlte, wie die Kraft in meine Glieder kroch, wie der Verstand sich meiner bemächtigte.
Meine Waffen, die Ausrüstung? Jäh kam ich zurück in die Wirklichkeit der Hölle! Panik beschlich mich, fieberhaft suchten meine Augen die Umgebung ab, lauschte ich auf Anzeichen des Verrats… Da! Da stand sie, meine Mosin, treue Begleiterin und Freundin in der Not! ich berührte sie, nahm sie, streichelte sie, öffnete den Verschluss… Keine Patrone! Misstrauisch, leise suchte ich weiter und fand in einem Schrank meine Ausrüstung, den zerschlissenen JagdRucksack, die Kleidung, frisch gewaschen und genäht und … meine Patronen! Wenn es auch nur eine handvoll Kugeln waren, mein Freund, jede einzelne war ein Schatz für mich! Da lagen sie, meine Sachen, einfach so und mir fehlte nicht einmal ein Verband!
Was war das für ein Ort? Wo war ich? Und was war das für ein Mensch, der mich hierher gebracht hatte? Was würde der Preis sein, den ich noch zu zahlen hatte? Ich zog mich an, misstrauisch, leise, sorgsam bedacht, keine unnötige Bewegung zu machen, keinen Laut von mir zu geben, der nicht sein musste. Was war das für ein Mensch? Was für ein teuflisches Spiel spielte er mit mir?