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CC by ahmadreza89

Leben und Sterben in Chernarus Teil 4

Und dann stand er vor mir, wie ein Titan! Ein Monstrum an Mensch, ein Stählernes Abbild, wie die Natur den Manne zu fürchten gelernt hatte!
Um ihn herum, wieselnd, flink, geschäftig seine Meute, seine Familie, seine Gemeinschaft, dazu bestimmt, die Vision einer neuen Zivilisation zu begründen. Ich sah nicht in ihre Augen, aber ich sah ihre Strebsamkeit, ihren Willen und ihre stille Begeisterung, die die Reden dieses Mannes in ihnen entfachte. Und ich hörte ihn Reden, lauschte seiner kraftvollen Stimme, lies mich mitreissen von diesem Orkan der Überzeugung! Es war.. Atemberaubend. Ich stand da mit meinen zerschlissenen Klamotten, diesen Gewändern, die zum Überleben bestimmt waren, in der Hand mein Mordinstrument und ich fühlte mich schrecklich fehl am Platz.
„Du bist der Krieger, den ich fand vor einigen Nächten“, sagte er und bedeutete mir zu folgen. „Komm“, sprach er, „lass uns ein wenig spazieren gehen.“ Ich folgte, verwirrt, überrascht, noch von meinen eigenen Gedanken benebelt, folgte ihm und war mir nicht bewusst, was um mich herum geschah. Ich spürte kaum die Blicke der anderen, deren Neugier, als wir uns in Bewegung setzten. Ich fasste mich.
„Du bist also der, dem ich in dieser Nacht begegnete. “
„Ja, der bin ich und ich hab dir geholfen, Ruhe zu finden, Ruhe, die du gesucht und so dringend gebraucht hast“ Er sah mich an und schmunzelte. Seine Augen ruhten auf mir und ich fühlte mich unbehaglich. „Das ist also deine ‚Familie‘, von der du gesprochen hast. Hier also willst du umsetzen, wovon du mir erzähltest?“ ich sah mich um und die Nackenhaare stellten sich mir auf. “ Ja! ist es nicht wundervoll hier?“ Voller Stolz blickte er um sich und mit einer ausladenden Geste bezog er das Gelände mit ein. „Es ist grossartig hier. Und wenn wir erst genug sind, werden wir wieder aufbauen was wir verloren haben, ein Zuhause, einen Ort, den wir wieder mit Stolz Heimat nennen werden! Das verspreche ich dir.“ Er lachte und sein Schalk traf mich wie ein Blitzschlag! War er wirklich so naiv? Glaubte er wirklich,was er sagte?
Ich war mir nicht sicher und sprach ihn darauf an.
„Du weisst schon, dass du hier eine schlechte Position hast. Schau dich um und du siehst, wie einfach es ist, in das Dorf zu kommen. Meinst du wirklich, dass es so gut ist, hier zu verweilen?“ „Aber nein,“ lachte er, „Sieh es so! Die Leute, so wie du, wissen, wo sie hingehen müssen. Wir sind leicht zu erreichen und jeder weiss, dass wir hier sind! Die Menschen brauchen Hoffnung und Trost, die kann ich ihnen spenden, kann ihnen Kraft geben, und sie werden bereit sein, diese unsere neue Heimat zu verteidigen! Vertrau mir, die Menschen blicken zu mir auf“ und er blickte gen Himmel.
Er wirkte leicht entrückt, so als sei er nicht von dieser Welt, als blicke er an Orte, die mir für immer verschlossen bleiben würden.
„Was macht dich so sicher? Was ist, wenn du die Stärke deiner Leute falsch einschäzt? kannst du das Risiko tragen?“ Ich blickte zweifelnd zu ihm auf.
„Sorge dich nicht, meine Gemeinschaft steht hinter mir.“
Wir wanderten weiter,den Hügel hinauf, der hinter dem Lager aufragte. „Schau, ich habe einen Plan, ich habe Vorkehrungen getroffen, und sie werden uns helfen, den Gefahren zu begegnen, die uns widerfahren mögen.“ Er sah mich an, strahlte wie ein Junge, dem man zu Weihnacht seinen liebsten Wunsch erfüllte. Und dann sah ich den Zweifel, die Unsicherheit, die durch seine Maske der Vollkommenheit kroch. „Versteh mich, die Leute blicken zu mir auf, sie vertrauen mir und ich habe ihnen Schutz und eine Heimat versprochen. Sie wollen glauben und sie glauben an mich! Und darum brauche ich dich!“
„Mich?“ Ungläubig starrte ich ihn an.
„Ja! Verstehst du denn nicht? Ich bin kein Krieger, so wie du! Ich bin kein Mensch, der die Finsterniss gesehen hat und selbst zum Schatten seiner selbst geworden ist, um zu überleben! Ich bin nur ein einfacher Mensch, und diese Leute blicken zu mir auf. Warum, das ist mir schleierhaft, aber sie tun es. Und was soll ich machen? Soll ich gehen? Soll ich diese Gemeinschaft zerbrechen lassen? Soll ich diesen Menschen ihre letzte Hoffnung zerstören? Das kann ich nicht. Auch ich bin schwach und voller Selbstzweifel, aber diese Menschen hier, die beten mich an, sie glauben, ihren Heiland in der Finsternis gefunden zu haben… Glaube mir, wenn du wüsstest, was diese Menschen bereit sind zu geben, du könntest es nicht so einfach aufgeben…“ Er lächelte süffisant. „Und wenn du wüsstest, was erst die Frauen hier bereit sind zu geben…“ Er lachte und seine Unnahbarkeit kehrte zurück!
„Und darum fand ich dich. Ich habe sofort gesehen, wer und was du bist. Deine Haltung, dein Misstrauen, die Art, wie du dich bewegst, all das hat mir gezeigt, dass auch du hier willkommen bist. Dass du gebraucht wirst! Ich habe deine Sehnsucht gespürt nach einem Ort wie diesem! Schliess dich uns an und hilf mir. Dann können wir uns allen Gefahren stellen, dessen bin ich überzeugt!“
Ich war baff. Was wollte er? Wie kam er dazu, zu glauben, dass ich ihm helfen könnte?

Aber er winkte ab… „Komm und schau dich erstmal um.“ Wir gingen den Hang des kleinen Hügels hinunter. Dort bedeutete er mir zu bleiben und ich sah mich um. Ein kleine Gruppe von Menschen stand um mich herum, eine Gruppe beschäftigte sich mit einer Vorrichtung, um Felle zu gerben, eine andere nähte und flickte. Was sollte ich hier? Ich spürte, ein teil will bleiben, doch mein Körper schreit! Er will gehen!!! Ich will gehen, doch ich kann nicht! Wie angewurzelt bleibe ich, bleibe unter diesen Menschen und lerne Ihre Geschichten kennen. Ich sass an den Tischen, an denen ich zuerst sass und war fassunglos! Das, was die Menschen mir hier erzählten, es waren die Geschichten der einfachen Leute, es waren Geschichten, die wir alle erlebten. Geschichten, die vom Verlust berichteten, Geschichten, die von der Reise berichteten und die Geschichten, die von der Ankunft kündeten. Die Ankunft! Dieser schmerzliche Stachel! Sahen sie es denn nicht? War es ihnen nicht klar? Nein! Denn sie trugen Hoffnung! Hoffnung auf etwas besseres, auf Ordnung und Schutz, Hoffnug auf ein anderes Leben, als was sie bisher erlebten, Sie trugen die Hoffnung auf weniger Schmerz, auf einen Neuanfang! Und ich sass da, hörte ihre Geschichten und war mir nicht mehr sicher, war mir meiner selbst nicht mehr sicher, spürte, wie mich die Gewissheit der Flucht verliess und sah das Bedürfniss, diesen Menschen zu helfen, sie zu schützen und wie dieses Gefühl die Oberhand gewann. So verbrachte ich den Nachmittag und verlor meine Zuversicht.
Am Abend dann, Ich sass bei den anderen,schweigsam , da sah ich sie, sah wie sie aus der Dunkelheit aus dem Nichts erschien, sich an eines der Feuer gesellte, das die Gemeinschaft entfachte. Ich sah sie und alles war wie weggeblasen. Katja! dachte ich und mein Hirn verweigerte alles. Es war wie ein verloren geglaubter Schmerz, so weit und doch so nah, so… vertraut! Ich blickte sie an, sah, wie sie sich bewegte, sah, wie die Leute zum Spiel auftruegen, Ihre Instrumente hervorholten und zu spielen anfingen. Wir sassen am grösten Feuer, das seine lodernden Flammen gen Himmel schlug und ich schaute durch sie alle durch, spürte jeden Atem, jeden Zug ihrer Bewegungen und alles schrie in mir mir!!! Warum nur? Warum?!?!
Sie näherte sich, sie strahlte, sie wirkte so fern und sie kam zu mir. Wie gelähmt saß ich auf der Bank am Feuer, starrte sie an und wusste nicht… Sie setzte sich zu mir. So viel Feuer, so viel in den ersten Gedanken geworfen und dann alles mit einem Schlag weg! Sie stand vor mir und ich wusste nicht, fühlte wie ein Kind mich…
„Du kannst nicht gehen! Bitte! Tu es für mich, wenn nicht für die anderen“ Ich starrte sie an. „Bitte“. Sie lächelte und setzte sich. Sie wirkte wie ein Engel, und ich armer, gefallener, sass ihr zu füssen, unwürdig… „Was ist mit dir, ?“ “ Ich weiss nicht. Das alles hier, es wirkt so… verrückt… Ist den Menschen klar, worauf sie sich eingelassen haben? Ist dir klar, was DIR hier blühen wird?“ Sorge lag in meinen Augen und sie registrierte es:“Ja, ich weiss“ Sie senkte den Blick. „Aber wo kann ich schon hin? Wo hätte ich denn ein besseres Schicksal, eine grössere Chance, als hier? Verstehst du das? Hier ist es die Gemeinschaft, die mich schützt. Aber da draussen…“ „Ihr seid hier Opfer, das weisst du, ich weiss es, euer „Meister“ weiss es, warum verharrt ihr hier?“ „Hoffnung“, sagte sie, sah mich unverbunden an und ich verstand. Wir legten die Hände ineinander und schwiegen…
Am folgenden Tag erschien er an der Hütte, die mir die Gemeinschaft zugedacht hatte. Er klopfte und ich öffnete, noch leicht benommen von der Nacht… Katja… Und ich sah ihn, er strahlte, wie ein kleines Kind. „Ah, Ich sehe, du hast dich eingelebt. Es freut mich, wirklich. Katja ist ein hübsches Mädchen… Und sie versteht so einiges…“ Er lachte! Und ich? Düsterniss senkte sich über mich, so, wie er über sie lachte! „He! Keine Sorge, Sie ist dein! Das verspreche ich dir!“ Ich war verwirrt „Wie kannst du da sicher sein?“ „He! Keine Sorge, Wenn du sie haben willst, wird sie bei dir bleiben. Keine Sorge!“ Wieder der verschmitzte Gesichtsausdruck. Etwas, was mir den Rücken kalt herunterlief… „He! Sie ist dein und sie liebt dich, glaube mir“ „Wie kannst du so sicher sein“, fragte ich misstrauisch. „Hahahha“ Er lachte und setzte sich. Es ist ganz einfach, mein Freund, weil sie tut was ich sage und was ich sage ist wie ein Gesetz. Und wenn ich Katja sage, kümmere dich darum, dass du dich wohlfühlst, dann wird sie das machen und sie hat es getan. Und glaube mir, sie liebt es und sie liebt dich. Sie Lieben es einfach, was ich ihnen gebe und sie fragen nicht, wenn es ihnen von nutzen ist.“ Er schmunzelte“ Und in den Augen von Katja da habe ich etwas gesehen.. etwas das dich mit ihr verbindet. Einen Schmerz, eine Gemeinsamkeit… Mein Freund… Du glaubst nicht, was wir hier erschaffen können, welche „Dankbarkeit“ uns entgegenschlagen wird. Nutze die Chance! Gehe nicht! Bleibe und hilf zu schützen, was du liebgewonnen hast!“ Sprachs, drehte sich um, nicht, ohne mir ins Angesicht zu sehen, und ging. Stumm blieb ich stehen, die Aufgehende Sonne im Blick….